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Schlaftablette mit Weinvanityfair.de
Der Sänger im VANITY FAIR ONLINE-Interview über Anna Kournikova, sein Latino-Image und Schlafmittel
Enrique Iglesias wollte in Berlin eigentlich nur sein neues Album "Insomniac" (ab 15. Juni) promoten. Doch was vor allem interessierte, war: Ist er noch mit seiner Freundin Anna Kournikova zusammen oder nicht. Eine befriedigende Antwort darauf gab der Schmusesänger nicht. Dafür sprach er im Interview mit VANITY FAIR ONLINE ausführlich über ein anderes Laster: Schlaflose Nächte und die harten Mittel dagegen.
Herr Iglesias, Sie haben an Ihrem neuen Album drei Jahre gearbeitet. Sind Ihnen die Ideen ausgegangen, oder warum hat das so lange gedauert?
Nein, ich bin einfach sehr perfektionistisch, hab ganz unterschiedliche Sounds ausprobiert und viele Songs immer wieder über den Haufen geschmissen. Bis ich 100 Prozent zufrieden war, hat es eben seine Zeit gedauert. Ich hab mehr als 50 Songs produziert – nur zwölf sind dann letztlich auf dem Album gelandet. Ich fand es wichtig, mit möglichst unterschiedlichen Leuten zusammenzuarbeiten und mich inspirieren zu lassen. Man weiß ja nie, was der große Fisch wird.
Stimmt es, dass Sie die meiste Zeit in der Nacht gearbeitet haben?
Ja, da habe ich die meiste Ruhe, kann mich am besten konzentrieren. Kein Telefon, keine nervenden Agenten. Ich leide ohnehin an Schlafstörungen. Wenn ich arbeite, wird mir wenigstens nicht langweilig.
Wie sahen Ihre Tage aus?
Meistens habe ich bis drei Uhr Nachmittags geschlafen, etwas gegessen und bin dann wieder ins Studio gegangen. Wenn mein Schlafrhythmus dann komplett durcheinander war, habe ich ein paar Tage eine Pause eingelegt.
Klingt rastlos.
Schlimmer: ich bin hyperaktiv. Ich kann einfach nicht zur Ruhe kommen, ständig läuft ein Film in meinem Kopf. Ich bin getrieben und weiß gar nicht so recht von was. Das zerrt an meinen Kräften, treibt mich manchmal zum Wahnsinn. Aber ich kann diesen Film einfach nicht abstellen, hab absolut keine Kontrolle darüber.
Gibt es nichts, was Sie runterbringt?
Eine gute Schlaftablette mit Bier oder Wein – das ist das einzige was hilft. Mag sein, dass das keinen gesunden Schlaf bringt. Aber immerhin bringt es Schlaf. Manche sagen, dass Sport hilft, aber mich pusht das nur noch mehr.
Große Aufregung: Erst hieß es, Sie hätten sich von Ihrer Freundin Anna Kournikova getrennt, dann hieß es, alles nur ein Missverständnis. Was stimmt?
Tja, manchmal weiß die Presse über mein Leben besser bescheid als ich, oder glaubt zumindest, besser bescheid zu wissen. Alles ist bestens, wir haben darüber gelacht.
Wie konnte es denn zu diesem Missverständnis kommen?
Ich hab dummes Zeug in der Presse gesagt, aber es war wirklich spannend, was dann daraus gemacht wurde – in jedem Land kam eine andere Geschichte raus. Das wurde aufgeblasen. Aber nein, es ist alles o.k.
Wie haben Sie denn von Ihrer angeblichen Trennung erfahren?
Ein Journalist hat mich darauf angesprochen.
Was war Ihre Antwort?
Oh, davon wusste ich selbst noch nichts.
Und wie hat Anna auf das Missverständnis reagiert?
Wir haben herzlich gelacht. Wenn man in der Öffentlichkeit steht, muss man so etwas mit Humor nehmen.
Es hieß, bei Ihnen gebe es Uneinigkeit über die Familienplanung.
Nein, das stimmt nicht. Vielleicht habe ich gesagt, dass ich noch nicht bereit bin für Kids. Aber natürlich will ich irgendwann eine Familie gründen. Alles zu seiner Zeit.
Und heiraten?
Für mich ist heiraten nicht so wichtig. Nicht zu Heiraten kann dir eine Menge Probleme ersparen.
Sind Sie religiös?
Ich glaube an Gott, aber ich renne nicht unentwegt in die Kirche. Es ist gut, einen Glauben zu haben, dich an etwas festhalten zu können, vor allem in schweren Zeiten. Ob das nun Gott ist oder irgendeine andere Größe muss jeder für sich selbst klären.
Zweifeln Sie manchmal an sich?
Klar habe ich manchmal Angst, zu versagen. Davor, dass meinen Fans plötzlich das, was ich mache, nicht mehr gefällt. Dabei ist eigentlich die Hauptsache, dass man sich selbst treu bleibt und das macht, was einen selbst zufrieden stellt. Ohnehin sollte man sich selbst nicht so wichtig nehmen.
Wie sieht Ihr perfekter Tag aus?
Ich brauch nicht viel um glücklich zu sein: Sonne, Strand und Wasserskifahren. Und am Abend schnell einschlafen. Ich lebe in Miami und wann immer ich Zeit habe, bin ich am Strand – mehr brauch ich zum Glück nicht.
Sie haben das Image eines Latin-Lovers, nervt das manchmal?
Das ist doch nur ein Stereotyp. Was heißt das, dass ich ein Macho bin? Sentimentaler? Ein besserer Liebhaber? Mir ist das völlig wurscht, aber mit Goldkettchen und Mini-String laufe ich nicht rum.
Sie spielen beim Live Earth Konzert am 7. Juli. Glauben Sie, dass solche Massenkonzerte wirklich in den Köpfen der Menschen etwas bewirken können?
Nicht jeder, der zu einem solchen Konzert kommt, wird danach ein besserer Mensch sein und sein Leben ganz dem Kampf gegen die Erderwärmung widmen. Aber es ist ja schon viel geholfen, wenn die Menschen mal darüber nachdenken, wie verschwenderisch wir mit unserer Energie umgehen. Und ein Stück weit kann man das mit einem solchen Konzert schaffen. Immerhin kann man uns nicht abschalten, wie man eine unangenehme Nachrichtensendung wegzappen kann.
Dieses Wochenende ist der G8-Gipfel in Heiligendamm, wo sich die Regierungschefs der mächtigsten Länder der Welt treffen, um über Themen wie Weltwirtschaft, Entwicklungshilfe, Aids und Klimawandel zu sprechen. Wenn Sie könnten – welchen Rat würden Sie denen mit auf den Weg geben?
Dass Sie endlich Ihre Versprechen einlösen und den ärmsten Ländern ihre Schulden erlassen sollten. Und dazu zählt nicht nur Afrika, sondern auch viele Regionen in Asien und Südamerika. Wenn die Region für den Welthandel nicht interessant ist und durchs Raster der Globalisierung fällt, wird die menschenunwürdige Situation vor Ort doch komplett ignoriert. Ich würde Ihnen raten, genauer hinzuschauen. Zum Beispiel auf Kinder, die nicht zur Schule gehen, weil sie stattdessen arbeiten müssen, um ihre Familien zu ernähren.